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Datum
Dienstag, 11.05.2021, 19:00

Künstlerische Selbstständigkeit

Lisa Bergmann (Künstlerin, Vorsitzende des BBK Karlsruhe) und Simon Pfeffel (Absolvent der Kunst-Akademie Karlsruhe, u. a. ehrenamtlich tätig im „Bündnis für eine gerechte Kunst- und Kulturarbeit“)

An künstlerischen Hochschulen und Akademien werden die Studierenden zur Selbstständigkeit ausgebildet. Wortwörtlich heißt dies: Freischaffende Künstler*innen befinden sich per definitionem nicht in einem Angestelltenverhältnis. Um das eigene Leben finanzieren zu können, müssen Künstler*innen demnach Rechnungen stellen, die daraufhin bezahlt werden müssen.

Dieser Vorgang beschränkt sich für gewöhnlich auf den Verkauf von Kunstwerken, da die prinzipiellen Leistungen von Künstler*innen schlicht nicht anerkannt werden (anders etwa als im Beruf der Designer) und damit gleichermaßen die Ausübung des Berufsstandes marginalisiert wird. Wer nicht anerkennt, dass auch die Vorbereitungen auf eine Ausstellung bereits eine künstlerische Leistung darstellen - die Arbeitszeit, Materialkosten, etc. teilweise in hohem Maße in Anspruch nimmt - respektiert die künstlerische Praxis in Gänze nicht. Dies gilt sowohl für die Auftraggeber*innen, Kurator*innen, Museumsleitung, etc. als auch für die ausübenden Künstle*:innen selbst. Dadurch entstehen Tabus und grundlegende, tiefgreifende Abhängigkeitsverhältnisse, die weiteren Missbrauch fördern, denn nicht zuletzt das Urheberrecht sieht eine angemessene Vergütung für Urheber*innen, wie es Künstle*innen nun einmal darstellen, ausdrücklich vor.

Der Vortrag von Lisa Bergmann und Simon Pfeffel will eine Analyse der derzeitigen Situation vorstellen und daraufhin Lösungsansätze aufzeigen. Denn klar ist auch: Wenn wir selbst nichts an unserer Situation ändern, dann wird das niemand für uns übernehmen. Und dies ist bereits seit vielen Jahrzehnten der Fall.