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Datum
24.01.2019
Ort
Vortragssaal Reinhold-Frank-Str.81 / Vordergebäude

Riemschneider-Kuratorenreihe mit Dr. Ulrich Loock

Ambivalenz der kuratorischen Praxis

Dr. Ulrich Loock wurde vom Kollegium der Professorinnen und Professoren der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe zum Verantwortlichen der Kuratoren-Reihe der Riemschneider-Stiftung 2018/19 benannt.

Ulrich Loock wurde 1953 in Braunschweig geboren, studierte 1972 bis 1974 an der Kunstakademie Karlsruhe bei Wilhelm Loth, dann bis 1979 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Klaus Rinke und promovierte 1984 an der Ruhruniversität Bochum. Anschließend war er bis 2010 nacheinander Direktor der Kunsthalle Bern, des Kunstmuseums Luzern und Stellvertretender Direktor des Museu de Serralves in Porto. Er hat viele Einzelausstellungen mit Künst­lern und Künstlerinnen seiner eigenen Generation organisiert, u.a. auch mit Helmut Dorner, Ernst Caramelle, Harald Klingelhöller, Marlene Dumas, Luc Tuymans und Cristina Iglesias. Unter den jün­geren Künstlern, mit denen er zusammengearbeitet hat, sind u.a. Tatjana Doll, Carla Filipe, Erik van Lieshout, Katharina Grosse, un­ter den älteren sind Gerhard Richter, Brice Marden, Michelangelo Pistoletto, Michael Asher, Sol LeWitt. Gegenwärtig lebt er als freier Ausstellungsmacher, Kunstkritiker und Dozent in Berlin.

Bei seinem ersten Auftritt, am Donnerstag, 24. Januar 2019, um 19 Uhr im Vortragssaal der Kunstakademie Karlsruhe stellt Ulrich Loock sich selbst und seine Tätigkeitsschwerpunkte vor. Außerdem führt er in das Thema der von ihm konzipierten Riemschneider-Kuratorenreihe ein: Ambivalenz der kuratorischen Praxis. Dabei geht der Ausstellungsmacher von seinem eigenen Unbehagen gegenüber der Vermutung aus, dass der „Kurator“ eine Instanz zwischen Pfleger oder Verwahrer und (Polizei-) Kommissar ist (wenn man auf Wortbedeutung und Sprachgebrauch achtet). Loock stellt dar, wie er demgegenüber selbst seine Tätigkeit versteht und was er gegenwärtig für entscheidende Herausforderungen an eine künstlerische Praxis hält. Die eingeladenen Künstlerinnen und der eingeladene Künstler, Carla Filipe, Saskia Noor van Imhoff und Luc Tuymans, eröffnen durch ihre Arbeit unterschiedliche Perspekti­ven auf die Thematik seines Titels.

Am Donnerstag, 14. Februar 2019, um 19 hat Ulrich Loock als erste Künstlerin die Portugiesin Carla Filipe zu Gast.

Einen regelmäßigen Austausch zwischen Studierenden, Künstlern und Kuratoren anzuregen und noch stärker in der Lehre zu verankern, war die Idee des Projekts, das der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe dankenswerterweise seit 2012 durch die Riemschneider-Stiftung ermöglicht wird. Die Riemschneider-Stiftung finanziert pro Jahr vier Vortragsveranstaltungen an der Kunstakademie Karlsruhe. Ein von den Professoren ausgewählter Kurator stellt sich selbst und seine Arbeit zum Auftakt vor und lädt anschließend drei Künstler seiner Wahl ein. Der Kunstwissenschaftler erläutert die Position des eingeladenen Künstlers. Der Künstler selbst hält einen Werkvortrag. Zusätzlich besuchen der Kurator und der Künstler am Folgetag ausgewählte höhersemestrige Studenten in deren Ateliers und besprechen mit diesen ihre Arbeiten.

Die Riemschneider-Stiftung, die von Ingrid Riemschneider, der 2010 verstorbenen Witwe des kunstinteressierten Karlsruher Radiologen Harm-Helmut Riemschneider, 2006 eingerichtet wurde, lässt ihre Erträge u.a. der Kunst und der Förderung Kunstschaffender auch im Bereich Bildender Kunst zukommen.