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Bildungswissenschaften/Fachdidaktik

Dr. Elke Mark (Lehrstuhlvertretung Prof. Dr. Griebel)

Texturen des Textilen – Vom Faden zu Gewirken

Eintauchen in die Mehrdimensionalität manueller Herstellung von textilen Flächengebilden

Theorie und Praxis künstlerischer Bildung - Seminarbezogenes Projekt

Di, 14:00 – 17:00, Beginn: 20.04.2021(14-tägig)

Während Gewebe aus mehreren, sich im rechten Winkel überkreuzenden Fäden bestehen (Kett- und Schussfäden), zeichnen sich Maschengeflechte durch die Verwendung eines einzelnen Fadens aus. Mit Hilfe einer (Häkeln) oder mehrerer Nadeln (Stricken) wird eine Fläche erzeugt, worin insbesondere das Gestrickte durch eine Elastizitätskomponente hervorsticht, die durch eine spezifische Musterbildung entsteht.

Nach dem Erlernen der Grundlagen maschenbildender Verfahren und der Entwicklung notwendiger koordinierender Handfertigkeiten werden die Teilnehmer*innen in eigenen Experimenten u.a. das Häkeln als Form der explorativen Welterschließung untersuchen. In Anlehnung an Projekte der Künstlerinnen Christine und Margaret Wertheim (The Crochet Coral Reefs) werden die Beteiligten darüber hinaus ein Gemeinschaftsprojekt entwickeln.

Ergänzend werden praxis-theoretische Überlegungen zu Relationen zwischen Textil- und Textproduktion angestellt.

https://theiff.org/current/

https://crochetcoralreef.org/about/theproject/

Anmeldung bitte bis 11. 4. 2021 an elke@elkemark.com

Ort: Seminarraum 305 und online

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Dr. Elke Mark (Lehrstuhlvertretung Prof. Dr. Griebel)

Theorie und Praxis künstlerischer Bildung - Seminar

Taktil-performative Forschungspraxis

Mittwoch 14:00 – 17:00, Beginn: 21.04.2021 (14-tägig)

Im Resonanzgeschehen mit unserer Umgebung, im Umgang mit Materialien und Gegenständen treffen wir unzählige intuitive Entscheidungen, deren Spuren in diesem Seminar gefolgt werden.

Angesiedelt an der Schnittstelle von rationalem und konkret spürbarem Erleben wird mit der taktil-performativen Forschungspraxis ein Ansatz vorgestellt, der über einen „handfesten“, körperleiblichen und kreativ-reflexiven Zugang eine umfassende und vertiefte Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Untersuchungsgegenstand eines eigenen Forschungsprojektes anregt.

Das individuelle Geschehen wird sowohl autoethnographisch als auch im gemeinsamen Tun mit anschließenden Prozessanalysen reflektiert, dokumentiert und in einer finalen Präsentation vorgestellt.

Optional werden Lektüretreffen zum gemeinsamen Lesen und Austausch angeboten (z. B. The Minor Gesture, Erin Manning 2016).

Anmeldung bitte bis 11. 4. 2021 an elke@elkemark.com

Ort: Seminarraum 305 und online

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Dr. Elke Mark (Lehrstuhlvertretung Prof. Dr. Griebel)

PERFORMANCE

Kooperation und Begegnung in Performance Art

Dienstag 10:00 – 13:00, Beginn: 20.04.2021 (14-tägig)

Unter dem Dach der Performance Art sammeln sich vielfältige Arbeitsansätze, die sich durch prozesshaftes Geschehen, körperliches Agieren und Materialuntersuchungen in Kombination mit einem Gespür für Räumlichkeit, Atmosphäre und Zeit auszeichnen. Entstehende temporäre, oft skizzenhafte, poetische wie radikale Bilder und Szenarien befragen bisherige Wahrnehmungsgewohnheiten und Handlungsstrategien sowohl der Akteur*innen als auch der Betrachter*innen.

Anhand von Beispielen von Performances von Black Market International und des PAErsche-Aktionslabors wird der situativen Eigenlogik bewegten performativen Geschehens nachgegangen. Über das Experimentieren mit kollektiven und individuellen Praxen kann schließlich eine eigene künstlerische Performancepraxis entwickelt werden.

Ergänzend werden Rechercheergebnisse aus dem internationalen Performance Archiv „Black Kit“ in Köln in die Seminararbeit einbezogen.

Anmeldung bitte bis 11. 4. 2021 an elke@elkemark.com

Ort: Seminarraum 305 und online

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Dr. Elke Mark (Lehrstuhlvertretung Prof. Dr. Griebel)

Seminar Grundlagen qualitativer Sozialforschung

MIKRO-PHÄNOMENOLOGIE

Einführung in die mikro-phänomenologische Gesprächstechnik

Donnerstag 09:00 – 12:00, Beginn: 22.04.2021(14-tägig)

Über die Befragungstechnik der französischen Philosophin Claire Petitmengin lassen sich Zugänge zu den meist unbeachteten, in den Hintergrund getretenen Abläufen im Wahrnehmungsgeschehen erschließen. Aus der eigenen „Erste-Person-Perspektive“ wird ein singulärer Erfahrungsmoment in kleinen Schritten detailliert entfaltet.

Das Seminar dient dem Kennenlernen und Anwenden der Technik, die – insbesondere nach deren Erweiterung um den Einbezug einer Tastkomponente – als Instrument des Wahrnehmens und Erfassens von kreativen Gestaltungs- sowie von Selbsterkenntnissprozessen Verwendung finden kann.

Nach der praxisbezogenen Vermittlung der mikro-phänomenologische Interviewtechnik entwickeln die Teilnehmer*innen Projekte in Bezug auf Phänomene ihrer eigenen künstlerischen Praxis.

Anmeldung bitte bis 11. 4. 2021 an elke@elkemark.com

Ort: Seminarraum 305 und online

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Dr. Thomas Schlereth

Seminar

Von Wirkungs- und Legitimationsproblemen

Freitag 14:00 – 15:30, Beginn: 16.04.2021

Wie auch immer sich Pädagogik versteht und rechtfertigt, sie wird sich stets mit Grundfragen konfrontiert sehen – auch wenn diese nicht immer als solche artikuliert werden. Weder strenges noch lockeres Auftreten werden sie davor in Schutz nehmen. Da wäre zum einen das Problem pädagogischer Übergriffigkeit: Nicht immer und manchmal auch nur selten tragen jene, denen Pädagogik gilt, ihren Auftrag vollumfänglich mit. Zum anderen das Problem ihrer Wirksamkeit: Menschen sind komplizierter als Maschinen und folgen selbst den Programmen eher schlecht als recht, die sie sich selbst auferlegen. Wer wollte mit Sicherheit sagen, er wüsste um die genauen Gründe, wenn etwas gelingt – zumal bei jemand anderem?

Das Seminar wird diesen und ähnlichen Grundfragen in der gemeinsamen Lektüre eines Buches nachgehen, Alfred Schäfers Einführung in die Erziehungsphilosophie. Im besten Fall rühren die damit aufgeworfenen Probleme nicht nur an das Berufsbild Kunstlehrer*in, sondern auch an die Verortung des eigenen künstlerischen Tuns in der Welt.

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Anmeldung bitte bis 14.04.2021 an thomas.schlereth@kunstakademie-karlsruhe.de.

Ort: je nach pandemischer Lage Seminarraum 305, Vortragssaal oder online

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Dr. Thomas Schlereth

Seminar

Nicht-mehr-dazu-gehören-wollen

Donnerstag 19:00 – 20:30, Beginn: 15.04.2021

Autonomie – kein seltener Anspruch auch in der Kunst – bekundet sich als Abgrenzung gegenüber einem Umfeld. Die Eigengesetzlichkeit von etwas Einzelnem erprobt sich als leitendes Kriterium. Nicht, dass sämtliche Bindungen damit endeten. Vielmehr geht es bei dem gesetzten Anspruch wohl darum, sämtlichen Bindungen mehr Entschiedenheit abzugewinnen. Wo sind sie der Sache nach essentiell und wo nicht. Die Kultur, die Gesellschaft, die Klasse, das Milieu, die Gruppe, der Freundeskreis, die Familie – sie alle verstehen sich dann nicht mehr von selbst.

Das Seminar wird versuchen, verschiedene Formen und Beispiele des Abstandnehmens, des Nicht-mehr-mitmachens und Nicht-mehr-dazu-gehören-wollens genauer zu betrachten und zu diskutieren. Den Wegesrand säumt eine offene Auswahl eher kürzerer Texte. Ein paar Filme streuen sich dazwischen.

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Anmeldung bitte bis 14.04.2021 an thomas.schlereth@kunstdakademie-karlsruhe.de.

Ort: je nach pandemischer Lage Seminarraum 305, Vortragssaal oder online

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Dr. Thomas Schlereth

Seminar

Einführung in wissenschaftliches Arbeiten

Freitag 11-12:30 Beginn: 15.04.2021(14-tägig))

Von der Kunst aus betrachtet kann wissenschaftliches Arbeiten in mehrerlei Hinsicht befremden: Sowohl die äußere Form als auch die Methodik unterliegen eng abgesteckten und kleinteilig vorstrukturierten Konventionen. Auf der anderen Seite gibt es auch Verwandtschaften, die nicht von der Hand zu weisen sind: Kein Ergebnis, keine fertige Arbeit kann sich je sicher sein, morgen noch die Gültigkeit von heute beanspruchen zu können. Selbstkritik ist auf beiden Seiten zentrales Prinzip.

Nicht nur mit Blick auf anstehende Haus- und gegebenenfalls auch theoretische Abschlussarbeiten kann sich der genauere Blick und die Erprobung des wissenschaftlichen Arbeitens deshalb lohnen. Und sei es, um die Entscheidung für die Kunst besser verstehen zu lernen. Entsprechend wird das Seminar versuchen, kleinschrittig und grundsätzlich vorzugehen. Was bringt eine Lektüre, was bringt einen eigenen Text auf den Weg, wissenschaftlich zu werden?

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Anmeldung bitte bis 14.04.2021 an thomas.schlereth@kunstakademie-karlsruhe.de.

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Lennart Krauß MA

„Lerne das Einfachste!“ - Einführung in die Kunstdidaktik

Seminar

Montag 09:00 – 10:30

Das Einführungsseminar will vorbehaltlos Fragen an das Verhältnis von Kunst und Didaktik stellen, sich dabei vom Komplexen nicht ablenken lassen und verschiedene Schlüsselbegriffe finden, um ihre Passung zu erproben: „Wer etwas lernen will, muss einen eigenen Schlüssel haben zu etwas, was eine richtige Tür hat.“ - was als Schlüssel taugt, wie das Schloss aussieht und ob Bildmetaphern bedeutungsvoll für ästhetische Bildungsprozesse werden können, soll in dieser Einführung erörtert werden.

In Auseinandersetzungen mit dem Bild der Welt in der Bilderwelt wollen wir einen Prozess des Fragens in Gang setzen. Dazu werden wichtige Entwicklungslinien der kunstbezogenen Fachdidaktik anhand von Grundbegriffen besprochen, die im Seminarverlauf zu finden sind. Neben einem geschichtlichen Überblick über die westeuropäische Kunstdidaktik sollen auch transdiziplinäre und internationale Dimensionen des Fachdiskurses beleuchtet werden. Ziel dieser Suche und Darstellungen ist es, sich sprachlich in den Feldern aktueller Theorie und Praxis zu positionieren. Die Probe eigener Begrifflichkeiten im Feld der Kunstdidaktik führt dabei zu verschiedensten, wahrnehmenden, spielerischen, experimentellen und transformativen Auseinandersetzungen in Formten formulierter Gedanken, praktischer Handlungseinladungen und Schreibworkshops.

Anmeldung: Bis zum 09.04.2021 per Mail an lennart.krauss@kunstakademie-karlsruhe.de

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Dr. Holger Erbach

Selbstorganisiertes Lernen in heterogenen Lerngruppen

Seminarbezogenes Projekt

Dienstag 15:30 – 17:00

Begreifen wir künstlerisches Handeln in seiner ganzen Vielfalt als elementare menschliche Lebensäußerung und Methode des Weltverstehens, muss schulische Bildung Zugänge ermöglichen. Sollen sich Prozesse mit künstlerischer Relevanz in der Schule ereignen können? Wenn ja, ergeben sich in der Konsequenz Unterrichtsformate, die wir leider immer noch zu selten im schulischen Alltag finden. Wenn zudem Kunst angewiesen ist auf individuelle, subjektive Erlebens- und Erkenntnisprozesse sowohl in der Produktion wie in der Rezeption, hat nicht auch der Kunstunterricht sich um jegliche Standardisierung vermeidende Zugänge zu bemühen?

Künstlerische Arbeit ist bestimmt durch Prozesse des Selbst in einem Feld der Freiheit. Dieses Feld ist räumlich und zeitlich aufgespannt. Wie lassen sich statt operationalisierter und bewertungsaffiner Verunterrichtungen mit Kunstetikett für alle Beteiligten selbstorganisierte Lernprozesse ermöglichen? Dabei betrachten wir die unterschiedlichen Subjekte – in ihrer Heterogenität aus schulischer Perspektive leider oft als Last empfunden – als unsere Ressource. Didaktik wird zu einer auch und gerade in der konkreten Situation zu entwickelnden Kunst, die in der künstlerischen Praxis und eigenen Erfahrung der Lehrenden ihren Anfang nimmt. Einblicke in die Unterrichtspraxis an einer Werkrealschule stoßen das gemeinsame Nachdenken an.

Anmeldung: Bis 11.04. an erbach@ph-heidelberg.de

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Lennart Krauß MA

Epistemischer Ungehorsam und künstlerische Praxis

Seminar

Montag 11:00 – 13:00, 2-wö., Beginn: 19.04.2021

Der Begriff der Dekolonisierung, welcher seit einiger Zeit auch in Bezug auf Ästhetische Bildung und Kunstvermittlung diskutiert wird, bezieht sich auf das Fortwirken „epistemischer Gewalt“ (Gayatri Spivak). Die Grundannahmen von Kultur, Freiheit und Gerechtigkeit, die in verschiedenen kunstdidaktischen Konzeptionen stillschweigend als gegeben und zuweilen auch als Zielvorstellung gesetzt werden, stehen im Fokus dieses Seminars mit Theorieschwerpunkt. Bis in die Antike reicht die Begriffsgeschichte, die Vorstellungen von künstlerischer Praxis bis in die Gegenwart beeinflussen.

Zur Frage steht, inwieweit in Didaktiken des Künstlerischen sowohl hegemoniale, koloniale, rassistische Voreinstellungen wirksam werden, welchen mit Praktiken eines „epistemischen Ungehorsams“ (Walter Mignolo) begegnet werden kann: Welche künstlerischen, kunstpädagogischen und erkenntnistheoretischen Interventionen erscheinen als Möglichkeit den eurozentristischen Blick umzukehren? Wie kann koloniales, rassistisches Wissen verlernt werden? Und wie sähe eine rassismuskritische Wissensproduktion im Feld der schulischen und außerschulischen Kunstpraxis und -vermittlung aus?

Das Lektüreseminar diskutiert diese Fragen anhand der Aspekte „Haltung und Perspektive, Strukturen, Kanon und Methoden“ (Carmen Mörsch, Melissa Steyn) in Bezug auf kunstdidaktische Kontexte. Welche Folgen ergeben sich für die Institionen der Kunst und Fragen ihrer Vermittlung?

Anmeldung: Bis zum 09.04.2021 per Mail an lennart.krauss@kunstakademie-karlsruhe.de

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