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Datum
17.05.2023

Das Künstlerinnenduo Claudia und Julia Müller erhält den Oberrheinischen Kunstpreis Offenburg 2024

Die Stadt Offenburg und der Förderkreis Kunst + Kultur e.V. verleihen 2024 zum fünften Mal die Auszeichnun

Die Stadt Offenburg und der Förderkreis Kunst + Kultur e.V. verleihen 2024 zum fünften Mal den Oberrheinischen Kunstpreis Offenburg. Die Auszeichnung beinhaltet ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, eine Katalog-Publikation sowie eine Ausstellung in der Städtischen Galerie Offenburg. Die Entscheidung wurde von den Organisatoren jüngst bekannt gegeben. In rund einem Jahr, am 5. Mai 2024, findet die Preisverleihung mit Festakt in der Reithalle Offenburg statt. Anschließend wird die Ausstellung in der Städtischen Galerie Offenburg eröffnet.

Das Künstlerinnenduo Claudia & Julia Müller erhält den Oberrheinischen Kunstpreis Offenburg. Julia Müller lehrt an der Kunstakademie als Professorin. Foto: Kunsthaus Baselland

Claudia und Julia Müller arbeiten seit 1991 in einem gemeinsamen Atelier in Basel, ab 1992 in Zusammenarbeit als Duo. Sie leben und arbeiten in Basel, Karlsruhe und Berlin.

Claudia Müller (*1964) studierte in den 1980er Jahrenu.a.an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2007 bis 2019 war sie Dozentin an der HEAD in Genf. Seit 2020 ist sie Dozentin am Institut Kunst Gender Natur der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel.

Julia Müller (*1965) studierte Textildesign an der Schule für Gestaltung Basel. Seit 2005 ist sie Professorin an der Staatlichen Kunstakademie der Bildenden Künste Karlsruhe.

1993 erhielt das Duo das Kiefer Hablitzel Stipendium, 1994 den Manor-Kunstpreis Basel. 1999/2000 waren die Künstlerinnen als P.S.1-Stipendiatinnen in New York und gehörten 2002 dem künstlerischen Team von „Panorama Schweiz“ für die expo.02 in Murten an. 2010 wurden sie mit dem Prix Meret Oppenheim ausgezeichnet.

Mit der Wahl der beiden schweizerischen Schwestern Claudia und Julia Müller als Preisträgerinnen des Oberrheinischen Kunstpreises zeichnet die Jury zwei international erfolgreiche Künstlerinnen aus, die biografisch der Region eng verbunden sind. Julia Müller ist als Professorin an der Kunstakademie Karlsruhe tätig. Mit ihren Wirkungsstätten im Atelier in Basel, in Karlsruhe und der FHNW Schweiz in Basel bringen beide Künstlerinnen einen relevanten Impuls in die Region und in die Kunst der Gegenwart am Oberrhein.

Das künstlerische Werk der Schwestern zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit in den Medien aus. Ausgehend vom Grundmedium der Zeichnung haben Claudia und Julia Müller ihre Arbeit in den Raum hinein erweitert. In ihren Ausstellungen setzen sie Zeichnungen in unterschiedlichen Formaten ortsspezifisch ein, von der Wand bis hin zur Skulptur. Die dreidimensionalen Objekte wie Lampen oder Vasen ergänzen das Repertoire der Künstlerinnen.

Die Jury zeigte sich beeindruckt vom überzeugenden Zusammenspiel der verschiedenen Werke. Die wandfüllenden Zeichnungen, das komplementäre Design von Skulpturen, die Lebendigkeit der Figuren, ihre Gesten und intimen Momente, und die soziale Dimension der künstlerischen Arbeit sind von dem einfühlsamen Blickwinkel der Künstlerinnen geprägt. Der Bezug zur visuellen Kultur und zur Designgeschichte wird in individuellen Darstellungen und Objekten sichtbar. Nach dem Willen der Jury erhalten Julia und Claudia Müller die Auszeichnung für die präzise Ikonografie ihrer Zeichnungen und die stimmungsvollen Räume, in denen sie die Betrachter*innen aufnehmen. Der Preis ist auch eine Anerkennung für das langjährige Schaffen in der Region Basel und die Vermittlungsarbeit der beiden Künstlerinnen in der Lehre zu verstehen.

Das Künstlerinnenduo wurde in der Jurysitzung am Ende eines mehrstufigen Auswahlprozesses aus einem Kreis von zwölf nominierten Künstler*innen gewählt. Als Fachjuror*innen in der Jury waren Dr. Sebastian Baden (Direktor Kunsthalle Schirn, Frankfurt), Estelle Pietrzyk (Direktorin Musée d’Art moderne et contemporain, Straßburg) und Maja Wismer (Leiterin des Bereichs Gegenwartskunst, Kunstmuseum Basel). Sie vertraten zugleich die drei Länder des trinationalen Preises: Deutschland, Frankreich und die Schweiz.