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Datum
26.10.2021

Prof. Axel Heil erhält zusammen mit Ute Stuffer den Justus-Bier-Preis

Auszeichnung für das Ausstellungsprojekt und die Publikation „Mondjäger: Nathalie Djurberg & Hans Berg im Dialog mit Asger Jorn“ im Kunstmuseum Ravensburg

Der Karlsruher Akademie-Professor Axel Heil und Ute Stuffer, Leiterin des Ravensburger Kunstmuseums erhalten den mit 5.000 Euro dotierten Justus-Bier- Preis für Kuratorinnen und Kuratoren. Ausgezeichnet wird das Kuratoren-Duo für das Projekt und die Publikation „Mondjäger: Nathalie Djurberg & Hans Berg im Dialog mit Asger Jorn“. Die Schau war vom 19. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020 im Ravensburger Kunstmuseum zu sehen.

Die Jury kam zu dem Ergebnis, dass in dem Ausstellungsprojekt und der damit verbundenen Publikation die originelle Themenstellung und die fundierte fachliche Aufarbeitung beeindrucken. Die auf den ersten Blick durchaus überraschende Kombination der Stop-Motion-Filme des schwedischen Künstlerpaares Nathalie Djurberg/Hans Berg (*1978) mit den Skulpturen und Gemälden des Dänen Asger Jorn (1914–1973) – so die Begründung - erweise sich dabei als hochproduktiver Ansatz, um überraschende und bislang nicht gesehene Parallelen in den beiden – auch zeitlich weit voneinander entfernten - Werken freizulegen. Instruktiv und ohne jede didaktische Formatierung werde in der Ausstellung wie auch der begleitenden Publikation deutlich, wie sehr beide künstlerischen Universen von dem Prinzip einer alles umfassenden Transformation und Metamorphose geprägt seien. Die starkfarbigen Knetfiguren Djurbergs, die sich in einem Prozess fortlaufender Ver- und Umformung befinden, erweisen sich als generische Verwandte zu den expressiven Gestaltwandlern, die in den dynamisch bewegten Farbmassen und -strudeln Asger Jorns auftauchen. Beide Werke betreiben dabei eine kontinuierliche Vermischung zwischen tierischen und menschlichen Wesen, in der sich ein gemeinsames künstlerisches Plädoyer für das Animalische, Wilde, Ungezügelte und eine Absage an eine rein rationale Weltauffassung erkennen lässt. Auch im Hinblick auf die Rolle der Farbe als Ausdruck von existenzieller Befindlichkeit und das Bekenntnis zum Primat der Deformation wie auch der ästhetischen Grenzüberschreitung berühren sich die künstlerischen Positionen.

Die Ausstellung, die von Ute Stuffer, und Axel Heil entwickelt wurde, ordnet sich in das programmatische Profil des Kunstmuseum Ravensburg ein, umfasst doch die am Haus befindliche Sammlung Selinka ein Konvolut von Arbeiten Asger Jorns.

Die Argumentationslinien der Ausstellung erweisen sich auch im Medium des Buches nachvollziehbar.

Die Preisvergabe findet am 19. November im Kunstmuseum Ravensburg statt. Die Auszeichnung wird seit 2009 zum zwölften Mal vergeben

Bildtext: Ute Stuffer und Axel Heil, Foto: Wynrich Zlomke