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Datum
15.08.2022

Wechselausstellungen in Hofgut Scheibenhardt sollen die Nachbarschaft von Golfern und Künstlern lebendig machen

Eine erste Präsentation mit Arbeiten von Theresa Abele, Hsuan-Wei Chen, Sehui Park und Wenzel Maria Binder in den Räumlichkeiten der Sportler

Die Golfer und Künstler sind Nachbarn. Die Studierenden der Kunstakademie Karlsruhe arbeiten in den Ateliers in Schloss Scheibenhardt, der Außenstelle der Akademie, und die Sportler tummeln sich auf ihrer Anlage rund um das Hofgut Scheibenhardt. Über die räumliche Nähe hinaus wird das Miteinander im Grün vor der Stadt nun intensiver und lebendiger. Regelmäßige Ausstellungen im Hofgut mit Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler sollen die Neugier der Golferinnen und Golfer für die studentische Nachbarschaft wecken. Dies ist die Idee des Golfclubmitglieds Peter Prix, der mit der Künstlerin Chris Ehman-Arnold ein Konzept erarbeitete. Der Akademie-Rektor Marcel van Eeden unterstützt dieses Vorhaben nachdrücklich. Mit einer ersten Ausstellung von Arbeiten von vier Studierenden startete das Wechselausstellungsprojekt im Gut. Der sportliche Treffpunkt ist nun umgeben von junger Kunst mit Gemälden, Zeichnungen, aber auch Objekten und Keramiken.

Kunststudierende zeigen ihre Arbeiten beim benachbarten Golfclub:(v.l.n.r.)Theresa Abele, Hsuan-Wei Chen und Wenzel Maria Binder. An der Wand ist eine Arbeit von Sehui Park zu sehen, die bei der Präsentation nicht dabei sein konnte. Foto:awi

Die Mitglieder des Golfclubs hatten nun Gelegenheit, die jungen Künstlerinnen Theresa Abele, Hsuan-Wei Chen und den Maler Wenzel Maria Binder persönlich kennenzulernen. Die vierte im Bunde, die Koreanerin Sehui Park, nutzt aktuell die Semesterferien, um nach langer Pause durch die Pandemie wieder ihre Heimat zu besuchen. Sie konnte nicht dabei sein. Wie sehr die Natur zwischen Karlsruhe und Ettlingen ihre künstlerische Arbeit beeinflusst, legte Theresa Abele, die im sechsten Semester studiert, mit ihren Gemälden eindrücklich dar. Sie schwärmte von der Umgebung, die ihr schon am frühen Morgen auf dem Weg ins Atelier der Klasse von David Ostrowski Impulse für ihre malerische Arbeit gibt. Bereits Meisterschülerin und Meisterschüler sind Hsuan-Wei Chen, die in diesem Jahr mit dem DAAD-Preis für ausländische Studierende geehrt wurde, und Wenzel Maria Binder. Sie arbeiteten einige Jahre zusammen in der Klasse von Prof. Helmut Dorner, bevor dieser in Ruhestand ging. Chen blieb in der Klasse, die nun von Professorin Sophie von Hellermann geleitet wird, Binder wechselte in die Klasse von Prof. Daniel Roth.

Chen befasste sich schon länger mit organischen Gebilden, die ihre Leinwände bevölkern. Nun haben sie eine gefäßähnliche Erscheinung bekommen und in plastischen keramischen Arbeiten eine dreidimensionale Form erhalten. Die farbig glasierten Stücke bestücken nun auch auf subtilen Zeichnungen ihre Bildräume. Aufwendige zeichnerische Strukturen mit Tusche und Feder überdecken den mehrschichtigen Grund der Arbeiten von Wenzel Maria Binder. Der Zeitbegriff und die kontemplative Ruhe, die diese künstlerische Arbeitsweise erfordern, sind für den Künstler dabei zentral. Die intensive grafische Arbeit platziert er in seinen jüngsten Arbeiten auch auf gewöhnlichem Pappkarton mit gerissenen Kanten. Das Interesse für dieses Material entstand für ihn auf einer Reise mit Hsuan-Wie Chen, nach Taiwan, wo verpackte Grabbeigaben üblich sind. Eine Wandarbeit macht die Herkunft der Materialwahl durch ein Kartonrelief deutlich.

Die Arbeiten der jungen Künstlerinnen und des Künstlers sind bis Mitte November noch in den Räumlichkeiten des Golfclubs Hofgut Scheibenhardt zu sehen. Danach wird eine neue Ausstellung mit Werken von Studierenden der Akademie eingerichtet. Auf einen Gegenbesuch dürfen sich danach die Golferinnen und Golfer freuen, sie erhalten eine Führung durch die Jahresausstellung der Kunstakademie Karlsruhe im Dezember.

Die Ausstellung ist auch für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich.