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Datum
18.06.2021

Fred-Thieler-Preis 2021 geht an Prof. Tatjana Doll

Tatjana Doll, Professorin für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, erhält den Fred-Thieler-Preis für Malerei 2021. Dies teilt die Berlinische Galerie in einer Presseinformation mit. Der Preis wird seit 1992 von dem Museum vergeben. Die Auszeichnung ist dem Altmeister des Informel, Fred Thieler (1916–1999), gewidmet. Die Jury wählt dabei Künstler*innen aus, die ihren Lebens- und Schaffensmittelpunkt in Deutschland haben und in der aktuellen Kunstszene Akzente setzen.

Die Jury begründet die Entscheidung für Tatjana Doll damit, dass ihr Werke in ihrem lakonischen, direkten Zugriff auf die Welt hochaktuell seien. Ihre Gemälde bezögen sich auf Schlüsselwerke der Kunstgeschichte ebenso wie auf Superhelden, Waffen, Rennwagen oder Piktogramme. „Es geht der Künstlerin weder um das einzelne Motiv, noch darum, Geschichten zu erzählen. Auch Farb- und Formwerte, ein subjektiver Gestus oder malerisches Konzept interessieren sie nicht. Ihr Ausgangspunkt sind Reproduktionen, digital oder analog, die heute unser Bild von Wirklichkeit formen. Die Malweise ist roh und direkt. Flüssige Lackfarben mit aggressivem Glanz, die sie verwendet, lassen keine Tiefe zu. Deren Eigenschaft, unkontrolliert zu fließen, Pfützen, Blasen und Trübungen zu bilden, bezieht die Künstlerin in ihre Arbeit ein.“

Tatjana Doll äußert sich im Zusammenhang mit der prominenten Auszeichnung ebenfalls: „Ich wollte Malerei machen und dabei nicht das Klischee von Malerei bedienen, sondern malen, was da ist. Das darf respektlos, ja plump sein, so dass die Malerei selbst zum Wirklichkeitsfaktor wird, um Brutalität aufzuarbeiten“, so Tatjana Doll über ihre Malerei.

Der Fred-Thieler-Preis ist in diesem Jahr mit einem Ankauf über 10.000 Euro und einem Festakt verbunden. 2005 erhielt Günter Umberg die Auszeichnung, der damals ebenfalls an der Kunstakademie Karlsruhe lehrte. Tatjana Doll war seine Nachfolgerin auf dem Lehrstuhl an der damaligen Außenstelle der Karlsruher Akademie in Freiburg. Vorherige Preisträger*innen waren u.a. auch Christine Streuli (2017), Bernhard Martin (2015), Sergej Jensen (2013), Pia Fries (2009) und Gerwald Rockenschaub (2007).