Menü Startseite Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Datum
14.07.2021

Vier Studierende setzen die Kooperation zwischen der Kunstakademie und den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg im Botanischen Garten fort

Nicht wie bislang im Gewächshaus, sondern im Außenbereich des Botanischen Gartens präsentieren bis 17. Oktober 2021 vier Studierende der Bildhauerklassen der Kunstakademie Karlsruhe ihre Arbeiten. Die Anlage gab Felicitas Kunisch (Klasse Prof. Klingelghöller), Paul F. Millet (Klasse Prof. Klingelhöller), Fabian Bloching (Klasse Prof. Balkenhol) und Sophia Seidler (Klasse Prof. Balkenhol) Anlass, ihre künstlerischen Projekte in einem Umfeld umzusetzen, das von einer reichen Pflanzenwelt und vielen weiteren äußeren Momenten geprägt ist. „Komm, wir ernten schnell und pflanzen nochmal neu“ haben die jungen Künstlerinnen und Künstler die Ausstellung unter freiem Himmel überschrieben.

Die jährliche Ausstellung der Kunst-Studierenden im Botanischen Garten ist eine Kooperation zwischen der Kunstakademie Karlsruhe und den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg, die seit nunmehr einigen Jahren besteht.

Sophie Seidler verfasste einen Text zur Ausstellung:

Immer wieder haben Menschen die Sehnsucht nach der Flucht ins Paradies und ins Unbekannte. Der Garten kann jene Spielfläche werden diesen Phantasien Ausdruck zu verleihen. So werden im diesjährigen Sommer 2021 die Arbeiten der vier Künstler*innen Felicitas Kunisch, Paul F. Millet, Fabian Bloching und Sophia Seidler im Botanischen Garten zu sehen sein.

Im Grunde versteht sich ein Besuch im Botanischen Garten als eine Entdeckungsreise. Fremde Pflanzenarten können bestaunt werden, umso mehr kann der Garten eine Vielzahl von Sehnsüchten wecken. „Komm, wir ernten schnell und pflanzen nochmal neu“, Titel der Ausstellung äußert einmal mehr den Wunsch nach Aufbruch und Veränderung. Die gegenwärtige Situation hat uns gelehrt, Außenräume vielfältig zu nutzen. Auch in diesem Fall wurde gemeinsam entschieden eine Ausstellung unter freiem Himmel zu zeigen. Die vier Künstler*innen beschäftigt es, Welten zu kreieren, in denen eine mögliche Flucht ins Unbekannte gelingen kann. Fragen nach Wachstum und Verfall werden gestellt und Gesetzmäßigkeiten dürfen auch mal ausgehebelt werden, z.B. etwas Kleines ganz groß zu machen. Gleichzeitig nutzen die vier Künstler*innen den Garten, inmitten des urbanen Lebens, als Ort der Kontemplation, der dazu sensibilisiert aufmerksamer wahrzunehmen. Seit Gärten angelegt werden, sind Bauherren, Auftraggeber und Künstler bestrebt neben der vegetabilen Landschaft, Fixpunkte wie Rondelle, Figurenprogramme, Wasserspiele zu integrieren. Im Durchschreiten geben diese meist mit Geschichten und Mythen aufgeladenen Orte Anlass zum Verweilen und Ideen können wachsen. Einmal mehr gibt der Garten für die vier Künstler*innen den nährreichen Boden, um auch dem Unaussprechlichen eine Stimme zu geben und diese auf eine Weise skulptural zu artikulieren.

Öffnungszeiten des Botanischen Gartens: Mo-So ab 6 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Sophia Seidler (“Oreas Fieber”, Sound-Arbeit am Baum), Klasse Balkenhol

Fabian Bloching (“16-Segment-Platte”, Beton, Aluprofil) Klasse Balkenhol

Paul F. Millet (“Tropsime d’argent”, Aluminum) Klasse Klingelhöller

Felicitas Kunisch (“Blurry Areas”, Latexblasen) Klasse Klingelhöller