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Kunst und Theorie

Prof. Dr. Marcus Steinweg

Vorlesung

Warum Denken Spaß macht

Donnerstag 15 bis 16.30 Uhr

Ein berühmter Text des Komparatisten George Steiner trägt den Titel Warum Denken traurig macht. Steiner findet 10 Gründe für seine These. Er hätte auch Argumente für die These, dass Denken Spaß macht, listen können. Hat er jedoch nicht. Die Vorlesung versucht das nachzuholen. Dabei soll nicht nur argumentiert, sondern auch denkend experimentiert werden. Die Studierenden sind eingeladen, am Durchdenken einiger Grundfragen der Philosophie zu partizipieren. Schnell zeigt sich, das die Fragen der Philosophie Existenzfragen sind, die jeden betreffen und deren Beantwortung nie abgeschlossen sein kann. Sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, heißt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Dass kann, momentweise, zu Desillusionierung und Verunsicherung führen, zur Preisgabe lieb gewonnener Phantasmen. Es kann zugleich Freude – am Denken – bewirken. Spaß daran, Licht in seine Realitäten und sein Denken zu bringen: Lust am Verstehen.

Anmeldung bei: marcus.steinweg@kunstakademie.karlsruhe.de

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Prof. Dr. Marcus Steinweg

Seminar

Roland Barthes

Donnerstag 17 bis 18:30 Uhr

Der französische Literatur- und Zeichentheoretiker Roland Barthes gehört zu den begnadeten Schriftstellern seiner Generation. Zwar hat er keine Literatur im herkömmlichen Sinn verfasst (keine Lyrik, keine Dramen, keine Romane), doch seine Essays und Bücher sind von enormer Sprachgenauigkeit und nahezu einschüchternder Subtilität. Von Barthes lässt sich präzises Sehen, Beobachten und Schreiben lernen. Im Seminar sollen Textpassagen Barthes gelesen und diskutiert werden. Sein berühmter Essay zum Maler Cy Twombly soll ebenso herangezogen werden wie seine Einzelbeobachtungen zu Phänomenen wie Liebe, Narzissmus, „Japan“, Angst, Theater, Kunst, Dichtung, Neutralität.

Anmeldung bei: marcus.steinweg@kunstakademie.karlsruhe.de

Literatur

Roland Barthes: Cy Twombly, Berlin 1983

Roland Barthes: Über mich selbst, München 1978

Roland Barthes: Fragmente einer Sprache der Liebe, Berlin 2015

Roland Barthes: Das Reich der Zeichen, Frankfurt a. M. 1996

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Prof. Dr. Marcus Steinweg

Seminar

Künstlerische Freiheit?

Determination und Reflexion in Kunst und Philosophie

Freitag 11 bis 12:30 Uhr

Im Brief vom 2. März 1950 an ihre Freundin Hilde Fränkel wirft die Philosophin Hannah Arendt die Frage der Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft einer menschlichen wie denkerischen Position auf. Es geht um „die Frage, auf welcher Stufe der Leidenschaftlichkeit und Ehrlichkeit mit sich selbst man lebt.“ Sie lässt sich kaum allgemein beantworten. Eher ist diese Frage durch die Notwendigkeit ihrer Wiederholung geprägt. Immer neu fragt sich, wer denkt, warum, aus welchen Motiven, mit welchen Absichten, mit welcher Dringlichkeit und welchen Mitteln er/sie dies tut.

Die Frage, was denken sei, beantwortet das Denken nur insofern, als dass es den Denkenden über jede mögliche Antwort auf diese Frage hinaustreibt. Arendt insistiert auf dem Konnex von Leidenschaftlichkeit und Ehrlichkeit. Man könnte auch von Gewissenhaftigkeit angesichts des Überwältigenden sprechen, von einer Gewissenhaftigkeit ohne Gewissen (oder ohne Gott, insofern wir mit Wittgenstein, das Gewissen als „Stimme Gottes“ auffassen). Eben darin besteht ihre Ehrlichkeit: im Wissen darum, dass sie ohne Absicherung in einer ihr übergeordneten Instanz, ohne Über-Ich-Autorität, auskommen muss.

Das Seminar lotet unter Verweis auf diverse künstlerische Positionen den Raum dessen aus, was mal künstlerische Freiheit hieß.

Anmeldung bei: marcus.steinweg@kunstakademie.karlsruhe.de