Menu Homepage Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Date
2022/11/29
Location
Vortragssaal Reinhold-Frank-Str.81 / Vordergebäude

Blicke des Schlafes bei Lili Dujourie, Sophie Calle und Doug Aitken

Dr. Holger Brohm, Berlin

Ästhetische Reflexionen von Schlaf und Schlaflosigkeit haben Konjunktur. Autor:innen, Filmemacher:innen und Künstler:innen thematisieren dabei nicht nur ein anthropologisches Grundbedürfnis, sie reagieren ebenso auf die sich zunehmend verdichtenden biopolitischen Ansprüche einer 24/7-Gesellschaft, in der eine „Zeit der Gleichgültigkeit“ herrscht, „der gegenüber die Fragilität menschlichen Lebens zunehmend inadäquat wird“ (J. Crary). Die künstlerischen Versuche, den Schlaf gegen jegliche Vereinnahmung als ökonomische Ressource als unverfügbares Refugium menschlicher Existenz zu verteidigen, schließen die Erkundung dieser der eigenen Wahrnehmung lediglich durch den Filter des Traums zugänglichen Erfahrung ein. Damit rücken Fragen nach den unterschiedlichen Modalitäten des Schlafs in den Blickpunkt: Wie kreuzen sich im Schlaf das Individuelle und das Soziale, das Private und das Öffentliche? Im Zentrum der Befragung steht der verletzliche Körper der Schlafenden, der in den unterschiedlichen Bildmedien erkundet wird.

Die im Vortrag von Dr. Holger Brohm vorgestellten und diskutierten Foto- und Video-Arbeiten von Lili Dujourie, Sophie Calle und Doug Aitken u.a. zeigen die vielfältigen künstlerischen Annäherungsformen an das Phänomen Schlaf auf und öffnen den Blick auf das in den Bildern aufscheinende ästhetische Wissen vom Schlaf. Wenn es einen betrachtenden Blick auf den schlafenden Körper gibt, welcher Blick begegnet uns im Gegenzug aus den geschlossen-geöffneten Augen der Schlafenden?