Startseite Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Laufzeit
14. – 21.08.2020
Ort
Sybelcentrum , Sybelstr. 11

Studierende und AbsolventInnen den Klasse Prof. Leni Hoffmann

_ den zeiten _

_ den Zeiten _ Die Ausstellung

Ausgehend vom konkreten Ort des Sybelcentrums und dem Kontext seiner über viele Jahrzehnte gewachsenen Nutzung entwickeln Studierende und Absolvent_innen der Klasse Prof. Leni Hoffmann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe Werke vor Ort. Die an der Ausstellung Beteiligten sind sowohl junge Menschen die nach Karlsruhe gekommen sind, um hier zu leben und zu studieren, als auch solche, die nach ihrem Studium beschlossen haben hier weiterhin als Bildende Künstler_Innen zu leben und zu arbeiten. Auch einige andernorts lebende Absolvent_Innen steuern ihren Blick auf Karlsruhe bei und bereichern das geistige Feld, das mit der Ausstellung für das Sybelcentrum definiert wird. Gemeinsam untersuchen sie mit ihren Werken den Kontext und die Räume in denen sie ausstellen und interpretieren sie durch ihre Kunstwerke neu. Ob installative Raumsetzungen, Leinwandmalerei, Videoarbeiten oder Performances, immer ist das Sybelcentrum der Ausgangspunkt. Zusammenhänge zwischen Nutzung und Architektur stehen dabei im Mittelpunkt. Die Ausstellenden respektieren und reflektieren die besondere Situation, ihr künstlerischer Zugang ist von einem weltoffenen, multikulturellen, dialogischen Ansatz geprägt. Mit künstlerischen Setzungen werden neue Kommunikationskonzepte erprobt und Plattformen des verbalen und visuellen Austausches geschaffen. In Zeiten der gesundheitsbedingten Vereinzelung eröffnet die Ausstellung vielfältige Momente des visuellen Miteinanders. Begegnungen der interessierten Karlsruher Bürgerschaft mit den Werken vor Ort und den jungen Künstler_Innen ermöglichen unerwartete Gespräche und öffnen neue Blicke auf die Welt. Geistesnahrung, Gespräche und das Schauen über den Tellerrand ergeben sich mühelos. Wo ein Werk vergänglich ist, da muss es Wege der Mitteilung geben. Die Erarbeitung eines Künstlerbuches ist Arbeit an einem kollektiven Gedächtnis, ein transportables Gegenüber der orts- und zeitgebundenen Werke entsteht. Das Buch kann als essentieller Teil der Ausstellungspraxis beschrieben werden. Es tradiert und vermittelt künstlerische Vorgehensweisen und hinterlässt eine Spur der Zwischennutzung des Sybelcentrums.

Der Ort und der Kontext seiner Nutzung

Das heutige Sybelcentrum in der Trägerschaft der Heimstiftung Karlsruhe wurde vor über 100 Jahren, nach knapp eineinhalb Jahren Bauzeit, im September 1913 als „Städtisches Kinder- und Säuglingsheim“ eingeweiht. Federführend in den Händen des Hochbauamtes wurde Friedrich Beichel entwerfender und bauleitender Architekt. Vorbild für das Gebäude waren die Bauten von Friedrich Weinbrenner und weniger präsent sichtbar, der Jugendstil.

Das Gebäude spiegelt in seiner Veränderung unser gewachsenes gesellschaftliches Miteinander wieder. So umfasst es heute moderne Angebote der ambulanten, teilstationären und stationären Kinder- und Jugendhilfe. Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien finden hier Rat und Unterstützung. Sei es in Tagesgruppen, Wohngruppen, Inobhutnahmegruppen, dem psychologischen Dienst, ambulanter flexibler Erziehungshilfe, einer Anlaufstelle für junge Menschen auf der Straße oder auch in der angegliederten Augartenschule, einer Schule für Kinder und Jugendliche mit emotionalen und sozialen Schwierigkeiten (SBBZ ESENT).

Das Sybelcentrum ist ein wichtiger Teil der bürgerlichen Gemeinschaft. Die umfassende Sanierung des Gebäudes trägt dem Rechnung und rückt das Erscheinungsbild der wichtigen Karlsruher Institution in den Blick. Seit 2017 werden dafür mit der Kampagne „Keine kalten Füße“ Spenden gesammelt. Mit eigenen Aktionen setzt sich die Kampagne für Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche ein. In diesem Kontext stellt die Heimstiftung Karlsruhe die aktuell leer-stehenden Räume des Hauses für kreative Zwischennutzungen zur Verfügung.

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe ist seit ihrer Gründung 1854 fest in der Stadt verankert. Zum einen zeugen die historische Gebäude auf der Reinhold-Frank-Straße, Jahnstraße, Bismarckstaße und Schloss Scheibenhardt davon, zum anderen die eigenwilligen und prominenten künstlerischen Positionen die kontinuierlich von dort in die Stadt wirken und das geistige, offene Klima Karlsruhes mitprägen.

Hannah Accetturo _ Annika Audu _ Assia Benhassine _ Erina Bonk _ Byeon Hoyeon _ Chen Fei _ Cho Yoojin _ Sarah Degenhardt _ Julia Dörflinger _ Sarai Duke _ FAYS _ Simon Fischer _ Konstantin Friedrich_ Fu Shuai _ Lea Göhringer _ Pauline Gosselin _ Lucia Hawes_ Leni Hoffmann _ Rafael Jörger _ Istihar Kalach _Kim Chaeyeon _ Kim Si Eun _ Koch&James _ Janika Kungl _ Li Muhua_ Lin Yulong _ Fiona Marten _ Jonathan Mink _ Leonard Moser _ Jonas Müller-Ahlheim _ Kriz Olbricht _ Oyama Yukiko _ Simon Pfeffel _ Daniela Prohaska _Sanna Reitz _ Ryu Boyoun _ Lisa Schlenker _ Lukas Schneeweiss _ Anna Schütten _ David Semper_ Victoria Shylova _ Jens Stickel _ Sun Peng _ Leonie Urschel _ Stefan Wäldele _ Nils Weiligmann _ Sebastian Wiemer _ Tan Fubin _Xu Fancheng _ Zhang Meng _ Jan Zöller

Folder

Link zu dem Bericht bei Baden-TV

https://baden-tv.com/zeitgenossische-kunst-im-kinderheim/#